blog und wiki des projektes offene kartierung

Utopia

Rundgang "Utopia" im Rahmen von "Learning from your Stadtraum" --> Hier soll nicht notwendigerweise das gefunden werden, was da ist, sondern das, was nicht (oder noch nicht) existiert.. 22.9.2006, 18:00 Treffpunkt Forum Altona

 

Notizen, Fotos, Karten und Geodaten aus diesem Rundgang werden hier dokumentiert....

  • Utopia?? Zwei "Visionen", gefunden im Kontext der Großen Bergstraße

  • "Als Utopie bezeichnet man eine Vorstellung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie zwar denkbar, vor dem jeweiligen historisch-kulturellen Hintergrund jedoch (noch) nicht oder nicht mehr realisierbar ist. [...]" ( WikiPedia:Utopie )

  • "von ou (nicht) und topos (ort), Nirgendsland (...) Der als mangelhaft empfundenen gesellschaftlichen und staatlichen Wirklichkeit wird ein idealer, (bisher) nicht wirklicher Zustand gegenübergestellt" (aus: Wörterbuch der phil. Begriffe, Meiner 1998, ISBN 3787317619 )

  • »Immer wieder gute Pläne unverwirklicht weggelegt. Man wage nicht die entscheidenden Verwirklichungsmaßnahmen. Vor allem habe die Stadt nicht die genügenden rechtlichen Grundlagen für die Bodenordnung und Enteignung - abgesehen vom Geld. Vor diesen Schwierigkeiten stehen wir jetzt auch. Wir sind entschlossen sie zu überwinden! Wir hoffen, daß alle Behörden bei der Plan-Verwirklichung an einem Strang ziehen. 1958 ist Baubeginn!« (von Dr. Nevermann, Senator; Brauer, Bürgermeister; Büch, Senator)

  • Ein Screenshot einer ersten Karte des Rundgangs (mit Daten von drei Geräten)

  • Ziel des Rundgangs: Die Ort, an dem ein Neubau eines Schwimmbads (als Ersatz für das Bismarckbad) geplant sein soll.

Fotos, Aufzeichnungen aus vier Quellen

 

1

karte:

003 komischer platz mit edelstahl saeule

004 andeutung einer grotte

005 eingang ->

006 am 70 meter loch, gespräch mit bauarbeitern und zahntechniker

007 "boykottiert mercado!"

008 huegel, "kein bad"

009 die baustellen zufahrt

010 ein utopia, das parkcafe

2

karte:

 UTOPIA

Versuch einer Annäherung

 wp 122 Auf- oder Abwertung?

[Eingang Forum Altona Gr. Bergstr.] Gentrifizierungsdebatte unter den TeilnehmerInnen der Tour: Was ist die zukünftige Entwicklungsperspektive der Großen Bergstraße? Diskussion entlang einer in sich widersprüchlichen Dynamik.

 wp 123 Fehlende Utopien

[Gr. Bergstr.] Gespräch mit TourteilnehmerInnen über fehlende Utopien in der Stadtentwicklung, die einzig der Marktdynamik folgt und folgen kann.

 wp 124 Wohnbevölkerung bleibt!

[Gr. Bergstr.] Forderung nach dem Verbleib der ansässigen Wohnbevölkerung als Konsequenz aus den geführten Gesprächen als unablässiger Bedigung für mögliche, befürwortbare Entwicklungsszenarien.

 wp 125 Röcke für alle

[Louise-Schröder Str.] Kommentar einer Kollegin („Warum trägst Du keine Röcke?“) als ironische Erwiderung auf die Frage, warum wir für unser Projekt auf eine „Machtechnologie“ wie GPS zurückgreifen. Die Frage zeigt, daß in der Reflektion völlig von den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen abgesehen wird, in denen sich spezifische Machtverhältnisse erst herstellen. Eine Technologie als solche ist per se nicht Träger oder Ursprung von Macht.

 wp 126 Was sind Utopien?

[Louise-Schröder Str.] Gespräch über die Notwendigkeit der Begriffsbestimmung mit einer Tourteilnehmerin

 wp 127 Hotels überflüssig

[Hotel Stadt Altona Louise-Schröder Str.] In einer nicht fetischistisch, nicht wert-, waren- und arbeitsförmigen verfaßten Gesellschaft wären Hotels in der Art wie wir sie kennen überflüssig.

 wp 128 Rechtsform aufgehoben

[Wohngebäude Altonaer Spar- und Bauverein Schomburgstr./ Thedestr.] Gleiches gilt für die aus der Wert- und Warenform abgeleiteten Rechtsform (siehe wp 127).

 wp 129 Zirkulationssphäre weg

[Unzerstr.] Beim Überqueren der Straße: Der sogenannte, öffentliche Raum kann vereinfacht gesagt als Zirkulationssphäre der Waren(produktion) betrachtet werden (Unternehmen als Produktions- und Geschäfte als Realisationsspähre). In einer freien Gesellschaft würde dieser Charakter erlöschen.

 wp 130 Drinnen oder draußen?

[Walter Möller Park] Gespräch mit einer Kollegin über den Kunstbegriff. Dieser ist m.E. notwendig an die bürgerliche Subjektform gebunden. Fruchtbar gemacht werden kann er nur indem er seine eigenen Bedingungen verweigert und die Grenzen seiner Formkonstitution [Stichwort „Autonomie der Kunst“] sprengt, was gleichzeitig sein Ende bedeutet.

 wp 131 Kein Bad! Unser Park

[Walter Möller Park] Graffiti am Bauzaun. Die Entscheidung das Bismarckbad zu schließen und an dieser Stelle ein neues Bad zu bauen, wurde trotz eines erfolgreichen Bürgerentscheides qua Evokation durch den Hamburger Senat gefällt. Es ist Teil einer für notwendig erachtetetn Aufwertungsstrategie für das Quartier, welche von den wirklichen Bedürfnissen und Wünschen der BewohnerInnen völlig absieht.

 wp 133 Wer gestaltet was?

[Steinmosaik Walter Möller Park ] Unter welchen gesellschaftlichen Verhältnissen wären die Menschen in der Lage die Entscheidungen über ihr Zusammenleben selbstbestimmt zu treffen?

 wp 134 Ehemaliger Grünflächenzug 

[Baustelle] Teile des ehemals öffentlichen und rege benutzten Grünflächenzuges werden beim Neubau des Bades in dessen Außenbereich integriert und der Zugang zu diesen künftig über monetäre Zahlungen reglementiert.

 wp 135 Trümmerlandschaft

[Bausstelle] Nur noch zwei Trakte der ehemaligen Bruno-Tesch Gesamtschule stehen und werden auch bald abgerissen werden.

 wp 136 Gefängnisse überflüssig

[Baustelle In den USA sitzen knapp 2 Mio, in China 1,6 und in Rußland 0,9 Mio Menschen im Gefängnis. In Deutschland sind es 63.000.

 wp 137 Ehemaliger Sportplatz

[Baustelle ] Der Sportplatz war in hervorragendem Zustand und wurde viel genutzt.

 wp 138 Zäune überflüssig

[Zaun Thedestr. ] In dem ehemaligen Fischerdorf Neuendorf auf der Insel Hiddensee sind die zu den Häusern gehörigen Grundstücke nur vage markiert, Zäune sind unbekannt und werden von niemandem vermißt.

 wp 139 Wohnen, aber wie?

[Thedestr.] Gespräch mit einer Kollegin über die prinzipielle Unzufriedenheit mit den möglichen Wohnformen. Auch die Realisierung von Wohnprojekten ist an die Kapitalform gebunden und für viele Menschen nicht bezahlbar.

 wp 140 Keine Einkaufstraße

[Gr.Bergstr.] Was könnte die Gr.Bergstr. sein, wenn einmal keine Notwendigkeit mehr für Einkaufsstraßen bestände?

 wp 141 Warum Leerstand?

[Gr.Bergstr.] Große Teile der verfügbaren Flächen in der Gr.Bergstr. stehen leer und werden nicht genutzt. Kulturelle Zwischennutzung ist eine der derzeitigen Strategien um dem Leerstand entgegenzuwirken bzw. dessen negative Aussenwirkung abzuschwächen. Erklärte Absicht der Investoren ist es, einer fortschreitenden Abwertung des Areals und dem Wertverlust ihrer Immobilien entgegenzuwirken. Doch warum gibt es überhaupt Leerstand in einer stofflich reichen Gesellschaft?

Zwei Texte für realisierbare Utopien:

Exke Bockelmann Abschaffung des Geldes http://www.streifzuege.org/texte_str/str_06-36_bockelmann_abschaffung.html

Stefan Meretz Alles für alle. Zur Debatte um eine freie Gesellschaft http://www.streifzuege.org/texte_str/str_06-37_meretz_imwo_alles-fuer-alle.html

3

karte

 BANK
 WETTEN
 SPIELA(utomat)

4

 1 KEIN EMPFANG, GEHEN OHNE GPS

 2 FLATTERBAND 
 WIND 
 BALL
 AM KOPF

 3 BAUGITTER UM BAUM (hier wird was passieren)

 4 Sprechende Bäckersäule mit Haus 
(nicht utopisch, weil Erinnerung),
GR. BERG 173, IN MEMORIAM VON KONDITOREI

 5 ORANGE
 PREISE
 RAUS PREIS
 RÄUMUNGSVERKAUF
 SCHULE UMRÄUMEN
 EINZELSTÜCKE
 von Utopie?

 6 GEGENÜBER BETTEM
 GIGANTISCHE MATRAZEN
 Schlafen auf der Straße mit Bett

 7 (Betonplatzweg)
 Holzblättertweg
 Blumenvertrocknen
 Betonblumenkübel platzen auseinander
drumherum abgeblätterte Holzgitter

 8 Kabelkuddelmuddeelladen
 alles was man nicht braucht, das ist Utopie

 9 Bagger
 Sand
 große Löcher
 Zäune
 Holzbretter
 hier wächst was staubig grünes
 man weiß schon was gebaut wird, keine Utopie