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Mapping Hamburg postcolonial meets Arusha postcolonial

Some impressions from former Deutsch-Ostafrika

Deutsche Kolonialkartierung in `Deutsch-Ostafrika´ Ende des 19. Jahrhunderts

Das nordoestliche Tanganyika war im 19. Jahrhundert nur schwer von den deutschen Kolonialherren unter Kontrolle zu bekommen, da sich die zuvor verfeindeten Arusha- und Meru-people kämpfend gegen sie verbuendeten. Nachdem einige lutherische Missionare ermordet worden waren, wurden im Kampf zwischen den deutschen Schutztruppen und den lokalen Bewohnern einige hundert Menschen getoetet. Das von den deutschen Militaertruppen als Stuetzpunkt im Jahr 1899 gegruendete Fort Arusha war daraufhin zunaechst eine Manifestation der deutschen Vormachtsstellung in der Region und Anlaufstelle fuer Plantagenbesitzer und `weisse´ Siedler (Schlesier, Wolga-Deutsche und Buren), die sich in der Gegend des heutigen Arusha niederliessen, Felder an den Haengen des Mount Meru bewirtschafteten; und Missionare der lutherischen Kirche, die die einheimische Bevoelkerung christianisierte und Schulen gründete. Die deutschen erhaengten dort die einheimischen Clan-Chefs, um neue, ihnen treue Herrscher zu ernennen. Das Arusha Fort etablierte sich als Stuetzpunkt der "1.Schutztruppen-Kompagnie Deutsch-Ostafrikas". Der damit wachsende Ort Arusha wurde Bezirksamtssitz. Heute befindet sich im Gebaeude, welches 1999 mit EU-Geldern komplett restauriert wurde -nachdem Teile davon abgerissen oder eingestuerzt waren- ein Museum fuer Naturkunde, Evolutionsgeschichte und eine Ausstellung ueber die Zeit der Deutschen Kolonialherrschaft.

Das deutsche Kolonialfort bzw. spaetere Bezirksdienststelle Arusha - die Zivilverwaltungsbehoerde der Kolonialregierung - wurde mit Schreibstuben, Kuechen, Dienstraeumen etc. geplant. Es war in der Form einer Verteidigungsanlage, Militärforts gebaut (Mauer, Schiess-Scharten etc.).

Ein lutherischer Friedhof im Bergort Machame bei Moshi am Hang des Kilimanjaro mit seinen fruchtbaren Boeden.

Bagamoyo wurde 1890 erste Hauptstadt und Sitz des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, dem Reichskommissar Wissmann. Doch viele Gebiete im Landesinneren waren (noch) nicht unter deutscher Kontrolle, während die Hafenorte sich zu bedeutenden Verkehrs- udn Wirtschaftszentren der deutschen Kolonialwaren entwickelten. Von diesen Orten aus begann die deutsche Eroberung; Zuerst entstanden entlang der vorhandenen Karawanenrouten des Sultans von Sansibar einige Militaestationen. Die "deutsche Schutztruppe" errichtete die Posten und sicherte das Umland gegen widerständige Aktivitaeten. Da viele lokale Volksgruppen dies nicht hinnahmen, wurden von deutscher Seite aus "Strafexpeditionen" durchgefuehrt: Einsaetze zur Niederschlagugung von Aufstaenden gegen die Kolonialherrschafft. Aufgrund der unsicheren Verhaeltnisse bekaempften sich besonders im Norden von Tanganyika die Sultane bzw. Clanchefs am Kilimanjaro untereinander, um sich Gebiete oder Vieh zu sichern. Wissmann setzte sich daher 1891 mit drei Kompagnien Traegerkolonnen dorthin in Bewegung; mit verbuendeten Bewohnern -Anhaenger des Sultans Mandara- besiegte er das Reich Kibosho nach verlustreichen Kaempfen. Mit beschlagnahmten Elfenbein der Besiegten bezahlte Wissmann den Feldzug.

Die Deutschen Kolonialherren (es waren wenig Damen anwesend) fuehrten den Anbau von Kaffee ein. Tausende Menschen wurden für die Feldarbeit versklavt. Der tansanische Kaffee wurde zu einem Hauptwirtschaftsgut deutscher Kolonialproduktion. Ein großer Teil wurde von Tansania in den Hamburger Hafen verschifft, von wo ihn Hamburger Kaufleute weiter handelten oder zunaechst behandelten.

Im heutigen Tansania wird Wert gelegt auf Bildung. In den meisten kleinen Orten gibt es zumindest eine Primary School. Das einzige deutsche Wort, welches in Swahili ueberdauert hat, ist das Wort fuer Schule (Shule). Die Institution der Schule wurde von den deutschen Missionaren der lutherischen Kirchen eingefuehrt, die damit das traditionelle Lernen in den Doerfern und Familien unterbunden haben.

Hallo Keks!


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