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Anrufung ==




Anrufung und Subjekt
Luis Althussers Anrufung, auch Interpellation genannt, ist ein Erklärungsmodell für die Entstehung des Subjektes. Es entsteht in diesem Modell als Konsequenz aus Sprache, innerhalb von Begriffen.
Die Anrufung funktioniert so:
Ein Polizist ruft auf der Straße einer Person hinterher: „He, Sie da!“ Die Person wendet sich zum Polizisten um.
Mit dieser Umwendung akzeptiert die Person die Begriffe, mit denen sie angerufen wird.
Diese Szene ist reduzierend, weil strafend: Der Ruf kommt vom Gesetz her. Die Person dreht sich zum Polizisten, um ein Gesicht fürs Gesetz zu finden.
Es ist eine gesellschaftliche Szene, eine Inszenierung, in der ein Mensch durch einen Ruf benannt wird. Vergleichbar ist dies mit der Taufe. Sie benennt durch Namensgebung, kann also ebenfalls als Ursprungsgeberin des „ich“ bezeichnet werden. Die geschilderte Szene ist allegorisch und exemplarisch, und braucht sich nicht zu ereignen, um wirksam zu sein.
Woher kommt die Bereitschaft, sich umzuwenden?

Begehren und Beherrschung
Das Gesetz und dessen Vertreterin, die Polizei, können weiter gefasst werden als gesellschaftliche Regeln und Normen. Die Regeln der herrschenden Gesellschaft teilen sich in Benennung und Nichtbenennung. Die Selbstzuschreibung (Ich bin so.... und werde so.. gesehen) des Subjektes geschieht durch die Unterwerfung unter das Gesetz im Moment der Umwendung. Die Wendung zum Gesetz hin verspricht Identität. Die Autorität des Gesetzes hat eine Stimme, der sich kaum entzogen werden kann. Begehrt wird, vom Angesicht der Autorität gesehen zu werden. Es ist der Wunsch, benannt zu werden (und nicht unbenannt und ungesehen zu bleiben). Dem Gesetz wird nachgegeben, um die eigene Fortexistenz zu sichern. Es ist eine Unterwerfung, indem die Anforderungen des Gesetzes angenommen und die Regeln der Gesellschaft beherrscht werden.
Der Subjektstatus aus Sicht des Gesetzes ist entspreechend:
„Für schuldig gehalten, vor Gericht gestellt, und für unschuldig erklärt werden für die Fähigkeit, sich umgewandt zu haben.“ (Belohnt mit dem Subjektstatus.)

Körper und Handlungsrituale
Das Subjekt handelt nach Fähigkeiten. Es kennt das Gesetz, die Regeln oder Konventionen der Gesellschaft. Es beherrscht hierzu bestimmte Fähigkeiten und reproduziert sich im eigenen Tun. Es verkörpert diese Regeln im Tun – die Regeln und Normen werden in verkörperten Handlungsritualen reproduziert. Diese verkörperten Handlungsrituale erfolgen, um vor dem Gesetz bestehen zu können. (Wie ich mich bewege, wie ich spreche, wie ich mich kleide)
Die geschlechtsspezifische Anrufung verweist ebenfalls auf die Verkörperung bestimmter Gesetze. Die Weise, wie wir diese körperlichen Handlungsrituale wiederholen hängt davon ab, mit welchem Geburtsgeschlecht wir ausgestattet sind und was wir im Laufe des Lebens darüber erfahren haben, wie wir uns innerhalb einer Geschlechtszuweisung darzustellen haben, um vor dem Gesetz bestehen zu können. Gleiches gilt für Kategorien wie Klasse und Rasse.

Kamera und Selbstdisziplin
Kameras sind Stellvertreterinnen für Gesetz und Polizei. Sie sind die internalisierte Polizei. Wie kommt der Ruf oder der Blick einer Kamera an? Die Umwendung zu ihr muss nicht direkt erfolgen. Es genügt bereits das Bewusstsein des Gesehen- und Angerufen-Werdens. Der Wunsch, von der Autorität gesehen zu werden zeigt sich auch im Exhibitionieren vor der Kamera. Nützt die Drohung der Möglichkeit der permanenten Beobachtung? Funktioniert das Wissen um die unsichtbare, kontrollierende Instanz um eine Disziplinierung hervorzurufen?
Wie kommt es zur Unterdrückung körperlicher und emotionaler Bedürfnisse zugunsten der Unterwerfung unter das Gesetz?


Wann scheitern Anrufungen? (Gegen)Strategien
Gibt es eine Ich-Bildung ohne Selbstzuschreibung? Gibt es eine Subjektbildung ohne Unterwerfung unter das Gesetz bzw. die Annahme der Konformitätsanforderung?

Eine Strategie gegen die Anrufung ist das Nichtumwenden als Form der Beherrschung.
Es gibt auch die Möglichkeit, selbst die Polizei anzurufen.

Die 160 Kameras in Middlesbrough, England, sind mit Lautsprechern versehen worden. Über sie werden beobachtete Passanten angerufen, z. B. ihren Müll aufzuheben. (Süddeutsche Zeitung, 29.09.06)






"Dieser, was der Architekt dort geschaffen hat, durch dieses große Riesenzelt, das hat den Vor..., kolossalen Vorteil, dass an soundsovielen Eingängen die Leute hineinkönnen - dort war gar keine Drängerei, weil das alles rundlief; und bei manchen, z.B. bei der russischen Ausstellung, war praktisch nur ein Eingang und da ging noch eine Treppe dahinterher, wo man also genau beobachtet werden konnte."

Heinrich Lübke 1967

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Anrufung

Anrufung und Subjekt Luis Althussers Anrufung, auch Interpellation genannt, ist ein Erklärungsmodell für die Entstehung des Subjektes. Es entsteht in diesem Modell als Konsequenz aus Sprache, innerhalb von Begriffen. Die Anrufung funktioniert so: Ein Polizist ruft auf der Straße einer Person hinterher: „He, Sie da!“ Die Person wendet sich zum Polizisten um. Mit dieser Umwendung akzeptiert die Person die Begriffe, mit denen sie angerufen wird. Diese Szene ist reduzierend, weil strafend: Der Ruf kommt vom Gesetz her. Die Person dreht sich zum Polizisten, um ein Gesicht fürs Gesetz zu finden. Es ist eine gesellschaftliche Szene, eine Inszenierung, in der ein Mensch durch einen Ruf benannt wird. Vergleichbar ist dies mit der Taufe. Sie benennt durch Namensgebung, kann also ebenfalls als Ursprungsgeberin des „ich“ bezeichnet werden. Die geschilderte Szene ist allegorisch und exemplarisch, und braucht sich nicht zu ereignen, um wirksam zu sein. Woher kommt die Bereitschaft, sich umzuwenden?

Begehren und Beherrschung Das Gesetz und dessen Vertreterin, die Polizei, können weiter gefasst werden als gesellschaftliche Regeln und Normen. Die Regeln der herrschenden Gesellschaft teilen sich in Benennung und Nichtbenennung. Die Selbstzuschreibung (Ich bin so.... und werde so.. gesehen) des Subjektes geschieht durch die Unterwerfung unter das Gesetz im Moment der Umwendung. Die Wendung zum Gesetz hin verspricht Identität. Die Autorität des Gesetzes hat eine Stimme, der sich kaum entzogen werden kann. Begehrt wird, vom Angesicht der Autorität gesehen zu werden. Es ist der Wunsch, benannt zu werden (und nicht unbenannt und ungesehen zu bleiben). Dem Gesetz wird nachgegeben, um die eigene Fortexistenz zu sichern. Es ist eine Unterwerfung, indem die Anforderungen des Gesetzes angenommen und die Regeln der Gesellschaft beherrscht werden. Der Subjektstatus aus Sicht des Gesetzes ist entspreechend: „Für schuldig gehalten, vor Gericht gestellt, und für unschuldig erklärt werden für die Fähigkeit, sich umgewandt zu haben.“ (Belohnt mit dem Subjektstatus.)

Körper und Handlungsrituale Das Subjekt handelt nach Fähigkeiten. Es kennt das Gesetz, die Regeln oder Konventionen der Gesellschaft. Es beherrscht hierzu bestimmte Fähigkeiten und reproduziert sich im eigenen Tun. Es verkörpert diese Regeln im Tun – die Regeln und Normen werden in verkörperten Handlungsritualen reproduziert. Diese verkörperten Handlungsrituale erfolgen, um vor dem Gesetz bestehen zu können. (Wie ich mich bewege, wie ich spreche, wie ich mich kleide) Die geschlechtsspezifische Anrufung verweist ebenfalls auf die Verkörperung bestimmter Gesetze. Die Weise, wie wir diese körperlichen Handlungsrituale wiederholen hängt davon ab, mit welchem Geburtsgeschlecht wir ausgestattet sind und was wir im Laufe des Lebens darüber erfahren haben, wie wir uns innerhalb einer Geschlechtszuweisung darzustellen haben, um vor dem Gesetz bestehen zu können. Gleiches gilt für Kategorien wie Klasse und Rasse.

Kamera und Selbstdisziplin Kameras sind Stellvertreterinnen für Gesetz und Polizei. Sie sind die internalisierte Polizei. Wie kommt der Ruf oder der Blick einer Kamera an? Die Umwendung zu ihr muss nicht direkt erfolgen. Es genügt bereits das Bewusstsein des Gesehen- und Angerufen-Werdens. Der Wunsch, von der Autorität gesehen zu werden zeigt sich auch im Exhibitionieren vor der Kamera. Nützt die Drohung der Möglichkeit der permanenten Beobachtung? Funktioniert das Wissen um die unsichtbare, kontrollierende Instanz um eine Disziplinierung hervorzurufen? Wie kommt es zur Unterdrückung körperlicher und emotionaler Bedürfnisse zugunsten der Unterwerfung unter das Gesetz?

Wann scheitern Anrufungen? (Gegen)Strategien Gibt es eine Ich-Bildung ohne Selbstzuschreibung? Gibt es eine Subjektbildung ohne Unterwerfung unter das Gesetz bzw. die Annahme der Konformitätsanforderung?

Eine Strategie gegen die Anrufung ist das Nichtumwenden als Form der Beherrschung. Es gibt auch die Möglichkeit, selbst die Polizei anzurufen.

Die 160 Kameras in Middlesbrough, England, sind mit Lautsprechern versehen worden. Über sie werden beobachtete Passanten angerufen, z. B. ihren Müll aufzuheben. (Süddeutsche Zeitung, 29.09.06)


"Dieser, was der Architekt dort geschaffen hat, durch dieses große Riesenzelt, das hat den Vor..., kolossalen Vorteil, dass an soundsovielen Eingängen die Leute hineinkönnen - dort war gar keine Drängerei, weil das alles rundlief; und bei manchen, z.B. bei der russischen Ausstellung, war praktisch nur ein Eingang und da ging noch eine Treppe dahinterher, wo man also genau beobachtet werden konnte."

Heinrich Lübke 1967


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